Im Zustand der Verleugnung - Eine BBC-Sendung über Muslime in Großbritannien
Evangelischer Pressedienst 27.8.05
http://www.epd.de/medien/medien_index_36901.html
Von Jürgen Krönig
[Auszüge. voller Text: http://www.epd.de/medien/medien_index_36901.html ]
epd Am Sonntag, 21. August, sendete die BBC nachts um halb elf in ihrer "Panorama"-Reihe die Dokumentation "A Question of Leadership" und seitdem will die hitzige Debatte darüber nicht enden. Die Sendung ging einer Frage nach, die nach den Londoner Terrorattacken, begangen von jungen britischen Muslimen, von vielen gestellt wurde: Wie halten es die Muslime mit der westlichen Gesellschaft, in der sie leben?
Der Chef von Scotland Yard hatte nach dem 7. Juli festgestellt, dass sich die muslimische Minderheit "fast in einem Zustand der Verleugnung befindet, was das Ausmaß an Extremismus in ihren Reihen betrifft". Die BBC-Sendung ist zu einem ähnlich beunruhigenden Ergebnis bekommen. Der Journalist JOHN WARE war quer durchs Land gereist und hatte Muslime und ihre Führer nach ihren Ansichten befragt.
Nach der Sendung gingen bei der BBC Hunderte, zum Teil wütende Proteste von Muslimen und muslimischen Organisationen ein, der Muslim Council of Britain (MCB) verlangt sogar eine öffentliche Entschuldigung von BBC-Generaldirektor Mark Thompson, weil die Sendung "zutiefst unehrlich" gewesen sei. Was die BBC ablehnte. Die Sendung sei diffamierend gewesen, heißt es an anderer Stelle, "islamophob", sie habe alle Muslime als Extremisten abgestempelt, sie habe Aussagen verfälscht.
Ob sie auch meinen, was sie sagen?
Zugleich trafen aber auch zahllose zustimmende Briefe und E-Mails bei der BBC ein, wie auf der eigens eingerichteten Webseite "The debate over Islam in Britain" nachzulesen ist
http://news.bbc.co.uk/1/hi/program-mes/panorama/islaminbritain/default.stm
Sie finde es sehr besorgniserregend, schrieb eine Zuschauerin, dass John Ware und damit die BBC Britannien ein "säkulares Land" genannt habe. "Wir sind ein christliches Land, und das sollte von allen Leuten, die hier leben, zur Kenntnis genommen werden." In einem anderen Posting heißt es: "Es ist an der Zeit, dass die Heuchelei vieler Muslime öffentlich wird."
JOHN WARE, langjähriger Leiter der "Panorama"-Redaktion, hatte in "A Question of Leadership" vor allem den Muslim-Council MCB, Dachverband von 400 Moscheen, unter die Lupe genommen. Der Rat wird von Regierung, Kirchen und Institutionen des Landes als Sprachrohr und Vertretung der moderaten muslimischen Mehrheit angesehen. MCB-General-sekretär Iqbal Sacranie war Anfang des Jahres auf Vorschlag von Tony Blair von der Königin sogar zum Ritter geschlagen worden und ist einer der bevorzugten Gesprächspartner der Regierung, die sich nach den Selbstmordanschlägen noch intensiver darum bemüht, die Köpfe und Herzen der zwei Millionen Muslime in Großbritannien für Demokratie und Toleranz zu gewinnen.
Die "Panorama"-Sendung hat der politischen Klasse Großbritanniens jedoch eindringlich vor Augen geführt, vor welch schwieriger Aufgabe sie dabei steht. Vor welcher Aufgabe alle westlichen Gesellschaften mit muslimischen Minderheiten stehen. Denn niemand kann sich sicher sein, ob sie auch meinen, was sie sagen, wie weit etwa die britische Regierung sich auf Aussagen von Sir Iqbal verlassen kann, ob er ehrlich ist oder "Taqiyya", Verstellung betreibt.
So hatte der MCB-Generalsekretär die Londoner Terrorakte zwar öffentlich verurteilt und erklärt, die islamische Gemeinde werde das Thema islamistischer Extremismus samt Djihad und Todeskult "entschlossen anpacken". "Panorama" förderte jedoch Verbindungen des MCB zu militanten Organisationen zu Tage, die Hass auf den Westen predigen, die Überlegenheit der eigenen Kultur schon kleinen Kindern einbläuen und die Ablehnung der westlichen Gesellschaft, die Juden den "Abschaum der menschlichen Rasse" nennen.
Nach außen Frieden, nach innen Hass
Eine der Gruppierungen unter dem MCB-Dach, Ahl-e-Hadith, spricht davon, dass die Lebensweise von Juden und Christen "auf kranken oder von der Norm abweichenden Ansichten von Gesellschaft" basiere. Wer den "Weg der Kafir", der Ungläubigen, nachahme, dem drohe "auf ewig das Höllenfeuer". Sir Iqbal mochte sich davon nicht distanzieren und sprach von der "Vielfalt in der islamischen Gemeinde". [...]
Die Bestätigung dafür, dass mal so, mal so geredet wird, bekam John Ware von Dr. Taj Hargey vom Muslim Education Centre Oxford. Hargey sprach von der "Doppelbotschaft" der Foundation. Es gebe " öffentliches und ein internes Vokabular". Ersteres spreche von "Brückenbauen", von "Integration" und "Toleranz", der "innere Kern" hingegen sei intolerant, hart und ablehnend. "Wir haben eine schizophrene Entwicklung vor uns", so Hargey.
Muslimische Doppelzüngigkeit durchzog die ganze "Panorama"-Sendung. Als im vergangenen Jahr im Londoner Eastend ein neues Islam-Zentrum samt Moschee im Beisein von christlichen Kirchenführern und dem Oberrabiner eingeweiht wurde, hatte der MCB einen der prominentesten Kleriker Saudi-Arabiens als Ehrengast eingeladen.
Scheich Abdur-Rahman Al-Sudais, Imam in Mekka, sprach in seiner Predigt von "Frieden und Harmonie", dem "wahren Bild des Islam" und "interreligiösem Dialog". Daheim in Saudi-Arabien und im Internet sowie auf Videos hört sich der Scheich indes ziemlich anders an. Da geißelt er "die größten Feinde des Islam", die Juden und Christen, nennt Juden "Affen und Schweine" (womit er den Koran zitiert), und bescheinigt den "Kreuz-Anbetern", also den Christen, "verkommene Ideen" und eine "vergiftete Kultur".
Millionen aus saudischen Quellen
Konfrontiert mit den Aussagen seines Ehrengastes wand sich der Moschee-Vorsitzende Dr. Muhammed Abdul Bari vor Verlegenheit; er vermied eine Distanzierung, um schließlich dem BBC-Redakteur "Charaktermord an einem islamischen Gelehrten" vorzuwerfen. [...]
"Panorama" sprach mit Repräsentanten britischer Muslime, die den MCB-Kurs bedenklich finden, weil er "alles islamisiere". DR. SIDDIQUI von der Ghamkef-Moschee in Birmingham beklagte, dass "unsere Kinder nicht mit anderen Kindern spielen und zusammenkommen, weil sie Kafir sind, das ist beunruhigend". Das Wort Kafir, Ungläubige, werde intern im Alltag vieler Muslime "zahlose Male" verwendet, Kinder wüchsen auf in dem Glauben, dass die Kafir minderwertig und zur Hölle verdammt seien. [...]
epd medien Nr. 67, 27. August 2005
voller Text:
http://www.epd.de/medien/medien_index_36901.html
http://www.epd.de/medien/medien_index_36901.html
Von Jürgen Krönig
[Auszüge. voller Text: http://www.epd.de/medien/medien_index_36901.html ]
epd Am Sonntag, 21. August, sendete die BBC nachts um halb elf in ihrer "Panorama"-Reihe die Dokumentation "A Question of Leadership" und seitdem will die hitzige Debatte darüber nicht enden. Die Sendung ging einer Frage nach, die nach den Londoner Terrorattacken, begangen von jungen britischen Muslimen, von vielen gestellt wurde: Wie halten es die Muslime mit der westlichen Gesellschaft, in der sie leben?
Der Chef von Scotland Yard hatte nach dem 7. Juli festgestellt, dass sich die muslimische Minderheit "fast in einem Zustand der Verleugnung befindet, was das Ausmaß an Extremismus in ihren Reihen betrifft". Die BBC-Sendung ist zu einem ähnlich beunruhigenden Ergebnis bekommen. Der Journalist JOHN WARE war quer durchs Land gereist und hatte Muslime und ihre Führer nach ihren Ansichten befragt.
Nach der Sendung gingen bei der BBC Hunderte, zum Teil wütende Proteste von Muslimen und muslimischen Organisationen ein, der Muslim Council of Britain (MCB) verlangt sogar eine öffentliche Entschuldigung von BBC-Generaldirektor Mark Thompson, weil die Sendung "zutiefst unehrlich" gewesen sei. Was die BBC ablehnte. Die Sendung sei diffamierend gewesen, heißt es an anderer Stelle, "islamophob", sie habe alle Muslime als Extremisten abgestempelt, sie habe Aussagen verfälscht.
Ob sie auch meinen, was sie sagen?
Zugleich trafen aber auch zahllose zustimmende Briefe und E-Mails bei der BBC ein, wie auf der eigens eingerichteten Webseite "The debate over Islam in Britain" nachzulesen ist
http://news.bbc.co.uk/1/hi/program-mes/panorama/islaminbritain/default.stm
Sie finde es sehr besorgniserregend, schrieb eine Zuschauerin, dass John Ware und damit die BBC Britannien ein "säkulares Land" genannt habe. "Wir sind ein christliches Land, und das sollte von allen Leuten, die hier leben, zur Kenntnis genommen werden." In einem anderen Posting heißt es: "Es ist an der Zeit, dass die Heuchelei vieler Muslime öffentlich wird."
JOHN WARE, langjähriger Leiter der "Panorama"-Redaktion, hatte in "A Question of Leadership" vor allem den Muslim-Council MCB, Dachverband von 400 Moscheen, unter die Lupe genommen. Der Rat wird von Regierung, Kirchen und Institutionen des Landes als Sprachrohr und Vertretung der moderaten muslimischen Mehrheit angesehen. MCB-General-sekretär Iqbal Sacranie war Anfang des Jahres auf Vorschlag von Tony Blair von der Königin sogar zum Ritter geschlagen worden und ist einer der bevorzugten Gesprächspartner der Regierung, die sich nach den Selbstmordanschlägen noch intensiver darum bemüht, die Köpfe und Herzen der zwei Millionen Muslime in Großbritannien für Demokratie und Toleranz zu gewinnen.
Die "Panorama"-Sendung hat der politischen Klasse Großbritanniens jedoch eindringlich vor Augen geführt, vor welch schwieriger Aufgabe sie dabei steht. Vor welcher Aufgabe alle westlichen Gesellschaften mit muslimischen Minderheiten stehen. Denn niemand kann sich sicher sein, ob sie auch meinen, was sie sagen, wie weit etwa die britische Regierung sich auf Aussagen von Sir Iqbal verlassen kann, ob er ehrlich ist oder "Taqiyya", Verstellung betreibt.
So hatte der MCB-Generalsekretär die Londoner Terrorakte zwar öffentlich verurteilt und erklärt, die islamische Gemeinde werde das Thema islamistischer Extremismus samt Djihad und Todeskult "entschlossen anpacken". "Panorama" förderte jedoch Verbindungen des MCB zu militanten Organisationen zu Tage, die Hass auf den Westen predigen, die Überlegenheit der eigenen Kultur schon kleinen Kindern einbläuen und die Ablehnung der westlichen Gesellschaft, die Juden den "Abschaum der menschlichen Rasse" nennen.
Nach außen Frieden, nach innen Hass
Eine der Gruppierungen unter dem MCB-Dach, Ahl-e-Hadith, spricht davon, dass die Lebensweise von Juden und Christen "auf kranken oder von der Norm abweichenden Ansichten von Gesellschaft" basiere. Wer den "Weg der Kafir", der Ungläubigen, nachahme, dem drohe "auf ewig das Höllenfeuer". Sir Iqbal mochte sich davon nicht distanzieren und sprach von der "Vielfalt in der islamischen Gemeinde". [...]
Die Bestätigung dafür, dass mal so, mal so geredet wird, bekam John Ware von Dr. Taj Hargey vom Muslim Education Centre Oxford. Hargey sprach von der "Doppelbotschaft" der Foundation. Es gebe " öffentliches und ein internes Vokabular". Ersteres spreche von "Brückenbauen", von "Integration" und "Toleranz", der "innere Kern" hingegen sei intolerant, hart und ablehnend. "Wir haben eine schizophrene Entwicklung vor uns", so Hargey.
Muslimische Doppelzüngigkeit durchzog die ganze "Panorama"-Sendung. Als im vergangenen Jahr im Londoner Eastend ein neues Islam-Zentrum samt Moschee im Beisein von christlichen Kirchenführern und dem Oberrabiner eingeweiht wurde, hatte der MCB einen der prominentesten Kleriker Saudi-Arabiens als Ehrengast eingeladen.
Scheich Abdur-Rahman Al-Sudais, Imam in Mekka, sprach in seiner Predigt von "Frieden und Harmonie", dem "wahren Bild des Islam" und "interreligiösem Dialog". Daheim in Saudi-Arabien und im Internet sowie auf Videos hört sich der Scheich indes ziemlich anders an. Da geißelt er "die größten Feinde des Islam", die Juden und Christen, nennt Juden "Affen und Schweine" (womit er den Koran zitiert), und bescheinigt den "Kreuz-Anbetern", also den Christen, "verkommene Ideen" und eine "vergiftete Kultur".
Millionen aus saudischen Quellen
Konfrontiert mit den Aussagen seines Ehrengastes wand sich der Moschee-Vorsitzende Dr. Muhammed Abdul Bari vor Verlegenheit; er vermied eine Distanzierung, um schließlich dem BBC-Redakteur "Charaktermord an einem islamischen Gelehrten" vorzuwerfen. [...]
"Panorama" sprach mit Repräsentanten britischer Muslime, die den MCB-Kurs bedenklich finden, weil er "alles islamisiere". DR. SIDDIQUI von der Ghamkef-Moschee in Birmingham beklagte, dass "unsere Kinder nicht mit anderen Kindern spielen und zusammenkommen, weil sie Kafir sind, das ist beunruhigend". Das Wort Kafir, Ungläubige, werde intern im Alltag vieler Muslime "zahlose Male" verwendet, Kinder wüchsen auf in dem Glauben, dass die Kafir minderwertig und zur Hölle verdammt seien. [...]
epd medien Nr. 67, 27. August 2005
voller Text:
http://www.epd.de/medien/medien_index_36901.html

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